Die Einstellungen an der Kamera und ihre Funktionen Teil 3

Willkommen zu Teil 3 auf meinem Blog. 

Wer das erste mal seine Kamera in der Hand hält, möchte eigentlich sofort damit loslegen. Das Handbuch kurz überflogen, was sowieso keiner versteht,
  zumal das ganze auch noch so klein geschrieben wurde...


Also Objektiv auf die Kamera,  Kamera einschalten, auf Automatik stellen und schon können wir starten.


Mit dem automatischen Kameramodus ist es möglich, sofort los zu legen. So können auch ohne viel Hintergrundwissen und dank der eingebauten Technik  sehr schöne Bilder entstehen. 


Wer jedoch das volle technische Potential seiner Kamera ausschöpfen möchte, sollte sich etwas tiefer mit in der faszinierenden Welt der ISO, Belichtungszeiten und Histogramm beschäftigen. Begriffe wie Blende, Fokus und Belichtungszeiten werden bald ein wichtiger Begleiter in Deiner Arbeit sein.


Belohnt werden diese kleinen Anstrengungen zu den richtigen Kameraeinstellungen mit fantastischen ausdrucksstarken Fotos und schier unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten in der Fotografie. Je nach Kameraeinstellung werden unterschiedliche Bildausschnitte durch Belichtung und Schärfe in den Mittelpunkt gerückt. Durch Variation der Verschlusszeiten können interessante Effekte bei bewegten Bildern entstehen und Bewegungen eingefroren oder sehr dynamisch dargestellt werden. So könnt Ihr effektvolle und spannend Fotos erstellen.

Neben dem voll automatischen und dem manuellen Kameramodus bieten die meisten Kameras noch vordefinierte Kameraeinstellungen, die bereits für unterschiedliche Motive oder Einsatzgebiete optimal kalibriert sind. Ein Beispiel dafür sind die Voreinstellungen für den Weissabgleich, die auf das Umgebungslicht optimiert ist. Selbsterklärende Symbole verdeutlichen die Lichtverhältnisse der Fotoumgebung, zum Beispiel Wolken für Dämmerlicht oder eine Glühbirne für künstliches Licht. Wird das passende Symbol zu den vorherrschenden Lichtverhältnissen ausgewählt, passen die meisten Kameras die Einstellungen zum Weissabgleich automatisch an. Neben diesen einfachen Symbolen weisen viele Kameras für den Einsteiger jedoch auch recht kryptische Bezeichnungen auf. Jede steht jeweils für einen bestimmten Kameramodus. Wisst Ihr, welches Programme sich hinter den Bezeichnungen auf der Kamera  «A», «S», «M» oder «P» befinden ?


Wir werden Step by Step die Symbole auf der Kamera durchgehen und unterschiedliche automatische und manuelle Einstellungsmöglichkeiten sowie deren richtige Anwendung durchgehen. 


Anders ausgedrückt wir lernen manuelles Fotografieren. 


Ihr werdet immer mehr ein Gespür für die einzelnen Einstellungen und das Potential für Eure Kamera für eindrucksvolle Aufnahmen bekommen.


Bei allen nachfolgenden Technischen Details ist dennoch das wichtigste der der hinter der Kamera steht. Er der Regisseur, er entscheidet welches Motiv in welcher Stimmung eingefangen wird. Jeder der Fotografiert wird bald merken das neben der Technik, das Fachwissen noch eine weitere für mich die wichtigste Komponente dazu kommt. Das Licht ! 


Ihr werdet viel davon gebrauchen glaubt mir. Ob Hartes, weiches oder Blaue Stunde alle Lichtsituationen haben Ihren Reiz und das, obwohl man Licht eigentlich gar nicht sehen kann.


Können wir uns schon den Knöpfen der Kamera widmen ? Die Antwort ist einfach,  wer das was jetzt hier erklärt wird, bereits versteht der kann sofort loslegen. Für alle anderen wäre es besser die Grundlagen der Funktionen zu verstehen. Oder drückt ihr auch alle Knöpfe in einem Auto wenn ihr gerade fahrt ?


Ich versuche mich bei der Erklärung kurz zuhalten und mich nur auf die wesentliche Punkte zu konzentrieren. 


Wichtig ist zu verstehen, eine Kamera benötigt ein Objektiv welches das Licht einfängt und auf die Leinwand (1. hier  Kamera Lichtsensor genannt) weiter leitet. Das Licht muss durch eine Öffnung  (2. hier als Blende bezeichnet), eine Jalousie die das Licht mehr oder weniger reinlässt (3. hier Verschlussvorhang) genannt, einen Schalter für die Jalousie, der es ermöglicht die Jalousie langsam oder schnell zu bewegen (4 hier Verschlusszeit genannt). Und zum Schluss noch die Empfindlichkeit für Sensor (5. hier ISO genannt) Alle Komponenten zusammen in richtiger Zusammenarbeit ergeben das gewünschte Resultat.


Fangen wir mal an:


1. Kamera Lichtsensor 


Der Lichtsensor in unserem Fall ein APS-C oder Kleinbild Sensor ist die Leinwand für unser Bild. Hier werden alle Lichtinformationen die über das Objektiv reingelassen werden gesammelt und auf unzähligen Lichtempfindlichen Punkten zu einem gesamt Bild gespeichert. Umso mehr Punkte mein Sensor besitzt umso höher ist die Auflösung ähnlich einem Bildschirm. Es geht um die Megapixel auf dem Sensor. Die Megapixel Zahl ist also auch wichtig für die Qualität der Bilder. Wer gerne große Abzüge erstellen möchte ist mit 18 - 24 Megapixel gut dabei. In den letzten Jahren überbieten sich die Hersteller mit immer mehr Pixel, bereits heute kann man bis über 50 Megapixel erwerben. 

Das schlägt sich natürlich im Preis nieder. 


Schützt diesen Sensor vor Staub oder sonstige Dinge sonst habt ihr keine Freude an Eurer Kamera. !

2. Blende


Die Blende sind eigentlich Lamellen die wie ein Ring um die Lichtöffnung des Objektives liegen und sich auf und zu drehen lassen. Umso geschlossener umso weniger Licht kommt zum Sensor und umgekehrt. Die Werte werden als Blenden Einstellung in Zahlen dargestellt. Etwas irreführend ist hier dabei, das hohe Werte nicht große Öffnungen darstellen sondern genau das Gegenteil. Also umso kleiner der Wert umso größer die Blende umso mehr Licht kommt zum Sensor. Man spricht bei kleinen Blendenzahlen auch von Lichtstarken Objektiven. Leider kosten diese auch sehr viel Geld. Nicht selten mehr als die eigentliche Kamera selbst.


Wenn ihr das Objektiv mit der Hand festhaltet und durch schaut und den Blendenring dreht, könnt ihr die Blende sehen wie sie auf und zugeht.

3. Vorhang 


Der Vorhang ist eigentlich wie ein Garagentor. Es lässt Licht rein oder oder lässt Licht draußen bevor es auf den Sensor trifft. Weiterhin hat er die Funktion den Schwenkspiegel und den Sensor zu schützen. Bei der Auslösung klappt der Vorhang hoch und bleibt so lange auf wie es den Einstellungen entspricht. Ich bin noch heute Immer wieder erstaunt was das für eine geniale Technik ist die so präzise und extrem schnell ist. So schnell das es mit dem Auge nicht mehr wahrgenommen werden kann. Besonderes wird das später wichtig beim Blitzen.


4. Verschlusszeit

Die Verschlusszeit oder auch shutter Speed gibt an wie lange sich der Vorhang öffnet und wieder schließt. Umso kürzer dieser Wert ist umso schärfer werden Bewegungen eingefroren. Die untenstehende Grafik zeigt das ganz gut.Erkaufen muss man sich dies aber mit viel Licht und einer großen Blendenöffnung. Was wiederum bedeutet das man auch das Licht haben muss sonst wird das Bild unterbelichtet. Ihr seht man ist immervoneinander in den Einstellungen Abhängig. Daher empfehle ich immer zu üben um seine Kamera zu verstehen. 

5. ISO


Der Isowert ist ein Relikt aus der Analogen Fotografie. Hier musste man vorher wissen welchen Film ich kaufen möchte um auch bei schwachen Licht Fotografieren zu können. Diese Filme waren umso höher der Wert auch immer teurer als der Standardfilm. Eine andere Bezeichnung war auch ASA. 


Man kann mit dieser Einstellung der Kamera vorgaukeln das man mehr Filmempfindlichkeit hat und somit benötigt man weniger Licht zum Fotografieren. Leider erkauft man sich bei diesen Einstellungen auch mehr Rauschen im Bild was dann stellenweise störend empfunden wird. Meine Empfehlung hier bleibt bis Max 200 ISO und nur wenn es nicht anders geht dann höher gehen. 

Die Einstellungen an der Kamera 


Spiegelreflexkameras besitzen mindestens 5 grundlegende Modi, die man in der Regel über ein Rädchen an der Oberseite der Kamera ansteuern kann. Mit diesem Modusrädchen lässt sich zwischen verschiedenen Aufnahmeprogrammen wechseln. Für die Fotografie am wichtigsten sind die fünf Auswahlpunkte AUTO, P, A (bzw. Av), S (bzw. Tv) und M. Der Automatikmodus mit «AUTO» oder einer grünen Box mit einem «A» gekennzeichnet. P steht für Programmmodus / Programmautomatik, A (Av) steht für Aperture Priority = Blendenpriorität bzw. Zeitautomatik, S (Tv) ist die Shutter Priority = Verschlusspriorität bzw. Blendenautomatik, M bezeichnet den manuellen Modus. Darüber hinaus haben die meisten Kameras noch verschiedene Szeneprogramme und eventuell einen Videomodus.

Automatik 


Die meisten Fotografie-Einsteiger verwenden für ihre ersten Bilder den Vollautomatikmodus – dieser ist bei Canon ein grünes Rechteck, bei den anderen Herstellern ist dieser Kamera-Modus meist mit „Auto“ beschriftet, mitunter findet sich auch die Bezeichnung iA oder iAuto.

Wählst du diesen Modus aus , dann überlässt du deiner Kamera die Kontrolle und sie kümmert sich darum, dass alle Parameter automatisch richtig eingestellt werden – auch bei Motiven, die sich in Bewegung befinden. In diesem Modus kannst du nur die Betriebsart (z.B. Einzel- oder Serienaufnahme, Selbstauslöser) und mitunter den Blitzeinsatz bestimmen, die Einstellung von Blende, ISO und Verschlusszeit/Belichtungszeit nimmt die Kamera selbst vor.


Wenn es dir bei deinem Bild in erster Linie darum geht, dass es korrekt belichtet und scharf ist, liegst du mit der Programmautomatik richtig, du musst nur ein Motiv finden und den Auslöser drücken. Ist dir Kreativität wichtig, dann ist die Programmautomatik nicht die erste Wahl: Schließlich ist bei jedem Bild nicht nur eine Kombination von Blende und Verschlusszeit, die zur richtigen Belichtung passt, möglich. So kümmert sich die Programmautomatik auch nicht um Schärfentiefe und derartige gestalterische Mittel und folglich kannst du hier nicht eingreifen.

Für einen unbeschwerten Einstieg in die Fotografie eignet sich dieser Modus aber hervorragend.



Im nächsten Teil geht es weiter. Vielen Dank 

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Kommentare: 1
  • #1

    Martin Lauer (Donnerstag, 11 Juni 2020 12:15)

    Danke, sehr einfach und gut erklärt